Bezirksverband Oberbayern im Bayerischen Schachbund e.V.
home » Bezirksmeisterschaften » Schnellschach-Einzelmeisterschaft » 12/13
 


Obb. Schnellschach-Einzelmeisterschaft 12/13 in Bad Tölz

Bericht

Die Schachfreunde Bad Tölz waren kurzfristig als Ausrichter eingesprungen, nicht zuletzt deshalb, weil zwei Freiplatzinhaber und drei Zugspitzkreisqualifikanten ortsnahe wohnen, wenn auch einer davon für Starnberger See spielt. Wie so oft an Schachtagen herrschte wunderbares Wetter, welches viele Sonnenhungrige auf die Straßen lockte und somit die Anreise etlicher Schachfreunde erheblich verzögerte. Da zudem aus unterschiedlichen Gründen drei Vertreter der Gastgeber sowie ein Starnberger Schachfreund relativ kurzfristig abgesagt hatten, wurde das Turnier einvernehmlich auf sechs Runden verkürzt.
Andererseits fanden die verblieben 16 Teilnehmer dadurch noch großzügiger Spielbedingungen beim „Schützenwirt“/ Ellbach vor. Verdienter Titelträger wurde Philipp Häußler, der nur in der Schlussrunde gegen den dadurch ebenfalls für Bayern qualifizierten Zweiten, Christian Linner, ein lockeres Remis zuließ, ansonsten jedoch alle Partien auskämpfte. Der Erfolg gegen letztlich Drittplatzierten, FM Ulrich Zenker, war besonders beeindruckend. Hakan Kaplan konnte den aufgrund leichten Buchholzrückstands verpassten Treppchenplatz leicht verkraften, da er bereits für die Bayerischen Meisterschaft vorberechtigt war. Überzeugende Auftritte gelangen auch Robert Trapp, dem ersten Nachrücker für Bayern, und Michael Herrmann, der sich als einziger neben dem Turniersieger als unbezwingbar erwies, allerdings auch fünf Mal „zu“ friedlich gestimmt war.

Auffällig war das große Kontingent aus Ingolstadt, das mit insgesamt fünf Spielern fast ein Drittel des Feldes ausmachte! Besonders drei dieser „Schachjünger“ haben im letzten Jahr erhebliche (DWZ-)Fortschritte gemacht, was u.a. am Training mit IM Edin Pezerovic liegen mag. Einzig Ralf Glawe mag mit seinem Ergebnis nach dem guten Abschneiden im Vorjahr etwas unzufrieden gewesen sein.
Aus Sicht der Tölzer hätte das Turnier mit der Mittagspause enden sollen, als Marcus Steiner auf einem Qualifikationsrang gelegen hatte, den er durch eine „lange Rochade“ am Nachmittag verspielte.
Für den geneigten Beobachter boten sich faszinierende Charakterstudien: Während die meisten Spitzenspieler stets gefasst agierten, sorgte Thomas Zeindlmeier besonders in Zeitnot für belebende Momente durch seine totale emotionale Hingabe an den Kampf um Erfolg.

Marcus Steiner


© M. Walter
Letzte Änderung: 18.03.2016